ie Obernautalsperre ist die größte Wassergewinnungsanlage des Wasserverbands Siegen-Wittgenstein. Das Wasser wird in der Aufbereitungsanlage Dreis-Tiefenbach zu Trinkwasser aufbereitet. Zur Verteilung betreibt der Wasserverband ein Transportleitungsnetz von rund 336 Kilometern Länge. Hinzu kommen zahlreiche Hochbehälter und Pumpwerke, die nötig sind, damit das Wasser zuverlässig bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommt.
Trinkwasser ist eine Zukunftsfrage für die Region
In Siegen-Wittgenstein werden jährlich rund 16,5 Millionen Kubikmeter Trinkwasser benötigt. Nach Angaben des Wasserverbands liefern die Obernautalsperre und die Breitenbachtalsperre zusammen rund 85 Prozent der benötigten Trinkwassermenge. Ergänzt wird die Versorgung unter anderem durch das Grundwasserwerk Siegtal und weitere Gewinnungsanlagen.
Für die CDU Siegen ist deshalb klar: Die Trinkwasserversorgung muss langfristig und vorausschauend geplant werden. Die bestehenden Talsperren wurden auf Niederschlagsmengen ausgelegt, wie sie in vergangenen Jahrzehnten üblich waren. Durch den Klimawandel und rückläufige Niederschläge verändern sich jedoch die Rahmenbedingungen.
Aus Sicht der CDU Siegen braucht die Region langfristig zusätzliche Speicherkapazitäten. Ein zusätzlicher Speicherbedarf von 9 bis 11 Millionen Kubikmetern lässt sich nicht über Zisternen darstellen. Deshalb muss auch die Frage einer dritten Talsperre in Siegen-Wittgenstein langfristig ernsthaft betrachtet werden.
Trockenheit erhöht den Druck auf die Wasserversorgung
Die aktuelle Lage zeigt, wie wichtig ein sorgsamer Umgang mit Wasser ist. Der Wasserverband Siegen-Wittgenstein weist darauf hin, dass die Wasserstände der Obernautalsperre und der Breitenbachtalsperre deutlich unter dem für die Jahreszeit üblichen Niveau liegen. Zuletzt wurde die Obernautalsperre mit einem Füllstand von 51 Prozent und die Breitenbachtalsperre mit 62 Prozent angegeben.
Seit dem 23. Juli 2026 gilt im Kreis Siegen-Wittgenstein zudem ein Wasserentnahme-Verbot aus Flüssen und Bächen. Hintergrund sind die niedrigen Wasserstände infolge der anhaltenden Trockenheit. Das Verbot ist zunächst bis zum 30. November 2026 befristet.
Vor diesem Hintergrund appelliert die CDU Siegen, sorgsam und sparsam mit Trinkwasser umzugehen. Unnötige Verbräuche sollten vermieden werden. Dazu gehören etwa das Befüllen privater Pools, nicht notwendige Reinigungsarbeiten mit Trinkwasser oder eine Bewässerung zur falschen Tageszeit.
Betrieb einer Talsperre ist anspruchsvoll
Bei der Besichtigung wurde auch deutlich, wie anspruchsvoll der Betrieb einer Talsperre ist. Neben der eigentlichen Wassergewinnung geht es um technische Instandhaltung, Sicherheit, Aufbereitung, Verteilung und den Schutz sensibler Wasserschutzgebiete.
Besondere Herausforderungen bestehen unter anderem bei der technischen Instandhaltung. Fachwissen und Fachbetriebe im Bereich Talsperrenbau und Talsperrensanierung werden weniger. Gleichzeitig wird auch die Ersatzteilbeschaffung schwieriger, selbst bei gängigen Verbrauchsteilen.
Hinzu kommen Interessenkonflikte bei Bauvorhaben in Schutzgebieten. Gerade weil Trinkwasser ein besonders sensibles Gut ist, müssen Schutzinteressen, Infrastrukturfragen und regionale Entwicklung sorgfältig miteinander abgewogen werden.
Dank an den Wasserverband Siegen-Wittgenstein
Der Wasserverband Siegen-Wittgenstein leistet einen enormen Aufwand, um Wasser zu sammeln, aufzubereiten und über viele Kilometer bis zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern zu verteilen. Die CDU Siegen bedankt sich für die fachkundigen Einblicke und den täglichen Einsatz für die Trinkwasserversorgung der Region.
Die Besichtigung der Obernautalsperre hat gezeigt: Sichere Trinkwasserversorgung ist keine Selbstverständlichkeit. Sie braucht technische Kompetenz, langfristige Planung, ausreichende Speicherkapazitäten und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Wasser.
Für die CDU Siegen bleibt deshalb klar: Die Versorgung mit Trinkwasser muss auch in Zukunft höchste Priorität haben. Die Region braucht eine verlässliche Strategie, damit Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Landwirtschaft und öffentliche Einrichtungen dauerhaft sicher versorgt werden können.

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