Neuer Vorschlag für das ehemalige Karstadt-Gebäude in Siegen
Für das seit mehreren Jahren leerstehende ehemalige Karstadt-Gebäude in der Siegener Oberstadt liegt ein neuer Vorschlag der Stadtverwaltung vor. Demnach soll die Stadtbibliothek Siegen künftig zwei Etagen des Gebäudes nutzen. Das unterste Geschoss soll weiterhin dem Einzelhandel vorbehalten bleiben. Ergänzend sind nach aktuellem Stand auch ein Café sowie ein Club im Untergeschoss an der Ecke zur Poststraße Teil der Überlegungen. Die Politik muss den Plänen noch zustimmen. Bei einem optimalen Verlauf könnte die Kernsanierung im kommenden Jahr beginnen, eine Fertigstellung wäre 2028 oder 2029 möglich.
Die Siegener Zeitung berichtet ebenfalls, dass die Stadt ihre Pläne zur Nachnutzung des ehemaligen Karstadt-Gebäudes vorgestellt hat und nun die politische Zustimmung erforderlich ist.
CDU-Fraktion sieht realistische Chance für die Oberstadt
Aus Sicht der CDU-Fraktion ist entscheidend, dass das Gebäude nicht dauerhaft leer stehen bleibt. Zwar wäre aus Sicht der Fraktion eine Nutzung mit starkem Einzelhandel und Gastronomie für die Siegener Oberstadt besonders wünschenswert gewesen. Gleichzeitig müsse aber anerkannt werden, dass sich die Rahmenbedingungen in vielen Innenstädten deutlich verändert haben.
Marc Klein, Vorsitzender der CDU-Fraktion Siegen, erklärt:
„Natürlich hätte sich die CDU-Fraktion eine Nutzung des Gebäudes durch attraktiven Einzelhandel und Gastronomie gewünscht. Wir müssen jedoch die Realitäten in den Innenstädten in Bezug auf Mietdauern und auch Quadratmeterpreise anerkennen. Hinzu kommen erhebliche Sanierungsaufwendungen für das Gebäude unabhängig von der Nutzung. Daher braucht es eine langfristig planbare Belegung für die Eigentümer, um die notwendigen Investitionen tätigen zu können. Die Alternative wäre weiterer jahrelanger Leerstand, den wir uns für die Oberstadt nicht leisten können.“
Innenstadtentwicklung braucht Planungssicherheit
Das ehemalige Karstadt-Gebäude nimmt durch seine Lage in der Oberstadt eine besondere Rolle für die Innenstadtentwicklung in Siegen ein. Leerstand an dieser Stelle belastet nicht nur das direkte Umfeld, sondern wirkt sich auch auf Frequenz, Aufenthaltsqualität und die Wahrnehmung der gesamten Oberstadt aus.
Die CDU-Fraktion hält es daher für richtig, eine Lösung ernsthaft zu prüfen, die dem Gebäude eine langfristige Perspektive gibt und zugleich unterschiedliche Nutzungen ermöglicht. Eine Stadtbibliothek kann Besucherinnen und Besucher in die Oberstadt bringen, während Einzelhandel, Gastronomie und weitere Angebote zusätzliche Frequenz schaffen können.
„Entscheidend ist, dass wir jetzt eine tragfähige Lösung für diesen zentralen Standort finden. Wenn ein realistisches Konzept dazu beiträgt, den Leerstand zu beenden und wieder Leben in das Gebäude zu bringen, sollten wir diese Chance verantwortungsvoll prüfen“, so Marc Klein.
Nutzungsmix statt weiterer Stillstand
Das Gebäude ist bereits heute Teil der Entwicklung rund um den Campus Unteres Schloss. Im oberen Bereich entstand in den vergangenen Jahren das Hörsaalzentrum der Universität Siegen. Die Universität beschreibt das ehemalige Karstadt-Gebäude als wichtigen Bestandteil des Innenstadt-Campus; der Warenhausbetrieb endete dort im Sommer 2023.
Für die CDU-Fraktion zeigt sich daran, dass die Zukunft großer innerstädtischer Immobilien nicht mehr allein über klassische Warenhauskonzepte gedacht werden kann. Vielmehr braucht es einen Nutzungsmix aus Bildung, Kultur, Einzelhandel, Gastronomie und Aufenthaltsqualität.
Gerade für die Siegener Oberstadt ist es wichtig, dass zentrale Gebäude wieder geöffnet, belebt und langfristig gesichert werden. Eine dauerhafte Nutzung kann dazu beitragen, neue Impulse für Handel, Gastronomie und Stadtleben zu setzen.
Chance für Siegens Oberstadt nutzen
Die CDU-Fraktion Siegen wird die weiteren Beratungen konstruktiv begleiten. Ziel muss eine Lösung sein, die wirtschaftlich tragfähig ist, die Eigentümer zu den notwendigen Investitionen befähigt und zugleich einen echten Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger schafft.
Aus Sicht der CDU ist klar: Ein weiteres jahrelanges Warten darf nicht zur Perspektive für das ehemalige Karstadt-Gebäude werden. Die Oberstadt braucht Bewegung, Verlässlichkeit und eine Nutzung, die langfristig funktioniert.

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